Donnerstag, 22. Dezember 2011

Mein Alltag hat sich hier in New York sehr verändert. Ich schaffe es morgens um 7.30 joggen zu gehen. Auf die Idee wäre ich in D nicht gekommen. Hier ist man aber irgendwie rastlos, kaum zu Hause und wenn dann nur um sich umzuziehen oder schnell Wasche zu waschen oder mal zu schlafen. Weil hier alles anders ist, habe ich mich entschieden etwas neues zu machen. Und zwar ehrenamtlich zu arbeiten. Volunteering wird in New York gross geschrieben und viele sind irgendwo ehrenamtlich tätig. Da ich für mich entschieden habe Menschen zu helfen die irgendwie in Not geraten sind, habe ich mich bei der Foodbank NYC angemeldet. Es hat ungefähr 2 Wochen gedauert bis ich tatsachlich etwas tun durfte und das war heute.

Die Foodbank, wie der Name schon sagt, hilft Menschen, die sich kein oder nur wenig essen leisten können. Man kann spenden oder aber in einer der Suppenkuchen arbeiten. Spenden ist zwar auch wichtig, aber einmal eben eine Überweisung zu machen war mir zu einfach, also war ich heute 3,5 Std. in Harlem in der Suppenküche arbeiten.

Ich wurde der Abteilung zugeteilt, in der sich die Menschen mit Essensmarken Lebensmittel holen können. Brot, Nudeln, Cornflakes, Gemüse, Fleisch etc. Die haben eine bestimmte Anzahl an Punkten auf ihrer Karte und nur so viel dürfen sie nehmen. Ich war dazu da die Regale einzuräumen und den Personen dabei zu helfen die richtigen Lebensmittel mit der richtigen Anzahl an Punkten zu wählen. Wirklich viel Auswahl hatten sie nicht. Es war aber wirklich schoen zu sehen, mit wie viel Freude die Leute dort geholfen haben. Die waren so engagiert bei der Sache, haben Kartons hin und her geschleppt. Die Lebensmittel immer schoen hingestellt, damit es einigermaßen gut aussah und jeden mit einer Freundlichkeit geholfen die ansteckend war. Mir hat es sehr viel Spass gemacht obwohl ich ehrlich sein muss, dass ich bei manchen Personen Schwierigkeiten hatte ihnen zu helfen, weil sie sehr unangenehm gerochen haben. Es sind aber auch viele Menschen dabei bei denen man sich fragt was die dort machen mit ihren UGG Boots für 150 $ an den Fussen. So viel wie ich verstanden habe müssen die Leute einen Einkommensnachweis mitnehmen und dürfen nur einmal im Monat dort vorbei kommen. Den Rest müssen die entweder selber kaufen oder zu einer anderen Suppenküche gehen. Ich werde nun dort regelmäßig aushelfen, vielleicht finde ich aber auch noch etwas mit Kindern, das liegt mir auch am Herzen. Die grosste Schwierigkeit heute war aber, dass ich kein Spanisch spreche. 80 % der Personen die dort hingekommen sind konnten nur Spanisch. Ich habe also mit Händen und Fussen versucht ihnen weiter zu helfen. Ein paar Worte Spanisch kann ich jetzt schon mehr sprechen :) 

Jetzt fragt man sich natürlich, warum hat man so etwas nicht auch in Deutschland gemacht? Wir haben schliesslich auch Menschen die auf Hilfe angewiesen sind! Ich habe keine Antwort darauf. Es liegt vielleicht daran, dass wir in unserer gewohnten Umgebung so in unseren Alltag vertieft sind, dass wir viele Dinge vielleicht einmal machen wollten, es aber dann doch nie getan haben. Meine Reise hierher hat mein Lebensrythmus völlig auf den Kopf gestellt und da beginnt man manchmal auch Augen für andere Dinge zu bekommen.

So, um jetzt nicht völlig philosophisch zu werden noch eine kleine Waschmaschinen Geschichte zum Schluss. Ich wohne im 16. Stock, schonmal erwähnt. Wasche meine waesche im Waschraum und nutze dort auch den Trockner (wie ihr ja wisst, habe ja mal den Falschen beladen). Ich gehe also 1x runter um die Waschmaschine anzumachen, sie dauert 45 Min., dann gehe ich ein 2x runter um die Sache in den Trockner zu legen und jetzt kommts, dann bin ich bisher noch ein 3x runter, weil ich dachte man kann den Trockner nur auf 15 Min einstellen (da wird meine Wasche nicht trocken) und muss danach noch einmal bezahlen um erneut 15 Min. einzustellen. Heute habe ich dann aber entdeckt, dass wenn man zweimal auf dieselbe Taste druckt, aus 15 Min Abracadabra 30 Min werden. Ich hatte mir also einen Weg aus der 16. Etage in den letzten Wochen sparen konnen. Na ja besser spat als nie, blod geguckt habe ich allerdings schon. 

Ich wünsche euch allen ein ganz tolles Weihnachtsfest. Viele Geschenke und viel gutes Essen. 


1 Kommentar:

  1. Huhu Desiree

    Alles klar in New York?? Schreibst Du Deinen Blog weiter?

    Gruß aus Kassel

    Moni

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