Dienstag, 22. November 2011

Regen in New York

Wenn man eine Verabredung hat und es in New York regnet, dann wird man auf die Probe gestellt ob man diese Stadt wirklich mag.

Ich hatte heute ein Dinner mit ausländischen Doktoranten meiner künftigen Universität. Ich wurde von meiner Professoren eingeladen, weil sie wusste das ich schon in NY bin.
Ich habe mich natürlich rechtzeitig fertig gemacht, so dachte ich zumindest, weil ich ja jetzt kurze Haare habe und die müssen gestylt werden. Haare waschen, Schaumfestiger rein, Gel rein, Haarspray rein und dann zum Schluss die letzten widerspenstigen Strähnen festkleben. Frisur perfekt. Eine Mischung zwischen Justin Bieber und Winona Rider.
Ich gehe vor die Tür und Boooom!
Frisur im Arsch.
Es regnet in New York nicht nur von oben, sondern auch von unten. Fragt nicht wie das möglich ist, in New York ist alles möglich ;-) Es ist einfach alles nass. Der Wind der mir um die Ohren gefegt ist hat in Sekunden mein Kunstwerk auf dem Kopf zerstört. Egal, ich musste los. Den Schirm hätte ich mir auch schenken können, der hat sich in alle Richtungen gebogen. Das Wasser von unten hätte er ohnehin nicht aufhalten können. Das Gefühl wie das Wasser langsam die Jeans hochkrabbelt ist wunderschön. Die Pfützen sind hier einfach der Hammer. Man könnte da kleine Goldfische reinsetzen und die hätten es richtig schön da drin. Hüpfend habe ich meinen Weg zur Subway gefunden und habe es pünktlich, naja 3 Minuten zu spät, geschafft. Treffpunkt war eine Bar. Bier in großen Krügen. Pizza und Nachos, alle schön mit Finger rein, Baseball, Football und die News auf 10 Fernseher. So, wie die Maclarens Bar in How I met your mother.
Am Tisch saßen Juristen aus Brasilien, Italien, Israel, Deutschland, England und USA. 2 davon Richter, alles andere Professoren oder wissenschaftliche Mitarbeiter. Welches Bild habt ihr jetzt im Kopf.
Wollpullover mit Hemd darunter, Cordhose und Aktentasche?? Ne ne, wir sahen ehrlich gesagt aus, wie eine Clique aus dem College. Alles relativ junge Menschen, die von 1 Woche bis zu einem Jahr an meiner Uni für ihre Arbeit im jeweiligen Land recherchieren. Wir haben nicht über Jura gesprochen, sondern über New York.
Es war ein toller Abend.
Der Rückweg war noch beschissener als der Hinweg. Denn die Hose war noch nicht wieder trocken. Die Pfützen größer und ich musste mehrere Blocks laufen, was heisst, dass ich mehrere Straßen kreuzen musste. Und das ist richtiger Mist. Denn wenn ein Auto eine Pfütze trifft, dann fliegen die Goldfische :((((((((

Ich bin zu Hause, meine Hose auf der Heizung, meine Socken daneben, meine Schuhe davor, meine Haare zeigen Richtung Norden, der Schirm tropft vor sich hin. Die Stimmung zwischen uns ist gedrückt.

Aber ich liebe New York immer noch

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