Freitag, 25. November 2011

Thanksgiving (2)

...Thanksgiving ist vorbei und ich lebe noch. Ich wurde also nicht von einer irren Sekte eingeladen.

Nach meinem letzten Post habe ich mich mit meinen Tüten auf den Weg zur Subway gemacht.
Auf dem Weg dorthin bin ich hier


vorbei gekommen. Ich weiß man erkennt nichts auf dem Bild, ich wollte aber nicht näher ran gehen zum fotografieren, fand ich unpassend. Also wie ihr nicht sehen könnt, wurden dort verschiedene Tische mit Essen aufgebaut für die Menschen, die sich kein Thanksgiving Dinner leisten können. Es sah so aus, als hätten sich dort die Nachbarn zusammen getan und das Essen vorbereitet. Also kein Logo von irgendeinem Verein oder Sponsor oder so. Fand ich wirklich sehr schön. Habe überlegt meine Cupcakes da zu lassen, habe mich aber irgendwie nicht getraut, doof!

Also, zurück zur Subway. Ich war, wie sich das für eine Deutsche gehört, pünktlich am vereinbarten Treffpunkt, also 5 Minuten vorher da. Die Amerikaner waren, wie sich das für Amerikaner gehört, auch pünktlich. Allerdings nach deren Zeitrechnung, was bedeutet, eine halbe Stunde später. Ich habe mit meinem Schokokuchen in der Subway am Gleis gewartet und in jede dusselige Bahn geguckt. Vereinbart war nämlich der letzte Waggon. Ich habe gefühlte 96 Subways vorbei fahren sehen und ernsthaft darüber nachgedacht was ich denn mit meinem Cake etc. mache, wenn die mich versetzen. Ich hätte die Sachen dann oben auf dem Bild abgegeben. Ich hätte nicht so lange gewartet, wenn ich nicht zwischenzeitlich eine sms bekommen hätte mit "we´re on our way". Wer konnte ahnen das die aus Texas anreisen.

In Brooklyn angekommen (Brooklyn ist echt sehr schön bin aber froh dort nicht zu wohnen, denn es ist wirklich weit weg von Manhattan) hat mich der Rest der Truppe sehr herzlich begrüßt. Ich habe mich direkt wohl gefühlt, denn es war eine sehr lockere Atmosphäre. Mein Chocolate Fudge Cake wurde ein bisschen vernachlässigt, denn mein Snowball und meine Brownies haben die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die wurden bereits vor dem Essen getilgt. Über meine Sprühsahne wurde gelacht, na toll. Es gibt hier wohl heavy cream, also Sahne zum selber schlagen. Ich habe einfach mal mitgelacht. Der Rest des Abends bestand aus viel Gerede von dem ich ca. 55 % verstanden habe. Viel zu schnell. Nach 2 Gläser Wein habe ich einfach nur noch genickt. Ich kann euch nicht sagen zu was ich alles "ja" gesagt habe. Das Essen war im Großen und  Ganzen lecker. Zum Teil war es sehr lecker, zum Teil musste ich es mit Wasser runterspülen.
Zu später Stunde haben wir ein Brettspiel gespielt, eine Art Stadt, Land, Fluss auf englisch.
Es war ein wirklich schöner Abend.

Um 12.00 wollte ich dann nach Hause, die anderen aus Manhattan sind noch geblieben, also habe ich mir ein Taxi genommen. Für die UBahn hatte ich zuviel Schiss. Das kommende war mein Highlight des Abends.
Die Rückfahrt nach Manhattan.
Über die Brücke mit Blick auf das Empire State. Dann in die für New Yorker Verhältnisse relativ ruhige Stadt vom Süden in den Norden. Das fand ich richtig cool. Ich weiß nicht wie lange die Fahrt gedauert hat. Aber der Weg ist weit. 37 $ + Tip. Das war mir die Stadtrundfahrt aber wert. Der Taxifahrer konnte, wie es in jedem Reiseführer steht, kein Wort englisch. Mit Händen und Füßen habe ich mein Zielort erklärt. Danach musste ich noch kurz mit "der Base", also der Taxizentrale, telefonieren. Ja, genauso wie ihr jetzt guckt habe ich auch geguckt. Ich habe absolut keine Ahnung warum. Der Fahrer hat mir sein Handy gegeben und gesagt: "the base". Leicht irritiert habe ich den Hörer entgegengenommen. Der Mann am anderen Ende hat mich gefragt ob ich cash oder mit creditcard bezahlen möchte. Ich habe geantwortet "cash, please" und dabei das Handy so weit wie möglich vom Ohr weg gehalten. Es war so schmierig, dass ich aufpassen musste das es mir nicht aus der Hand "gleitet". Eckelhaft. Den Sinn der Aktion habe ich nicht verstanden, auch nicht hinterfragt.
Ich habe aufgehört mich zu wundern.

Heute morgen war mein zweiter Arbeitstag. (dazu in einem anderen Post mehr). Die Stadt war heute morgen sehr ruhig, soll heißen, ich konnte in der Subway sitzen. Nach der Arbeit hat mich allerdings der Schlag getroffen. Heute ist Black Friday, dies wurde zwar schon Wochen vorher in der Werbung angekündigt, aber ich hatte keine Vorstellung. Black Friday ist der Tag nach Thanksgiving. Er wird so genannt, weil die meisten Amis ein verlängertes Wochenende haben und an diesem Freitag wie bescheuert einkaufen und die Geschäfte dadurch von den roten Zahlen in die schwarzen (black ;-) Zahlen kommen. Alles ist reduziert. Eine Schlacht.
Gefolgt wird der Black Friday vom kommenden Montag, dem sog. Cyber Monday. Dann ist online shopping angesagt. Einer der größten online shopping Tage des Jahres.

leider nicht so gut zu erkennen ist, dass die ganze Straße aufwärts ein einziger Menschenknoll ist (ich bin zu klein)

An der Arbeit wurde heute ausführlich darüber gesprochen, dass gestern jeder viel zu viel gegessen hat. Dazu wurde von jedem einzelnen im Detail aufgezählt was es zu Essen gab. Auch die Rezepte wurden im Detail wiedergegeben. Und ich spreche hier nicht nur von Frauen. Auch Rodney, unser Bro aus der Bronx, kannte das mashed potato Rezept seiner Mutter.

So, jetzt muss ich schlafen, morgen gehts wieder an die Arbeit.

hier noch ein kleines Bild zum Abschluss

Waschmittel mit Sicherungsschloss.

Waschmittel wird hier offensichtlich viel viel öfter geklaut als alles andere. Denn ich habe noch in keinem anderen Store ein Sicherungsschloss gesehen.  
Wie gesagt, ich wunder mich nicht mehr.

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